Interview mit Dirty Doering

15. Oktober 2015
Das Soko Magazin hat ein schönes Interview mit Dirty Doering gemacht. Am Samstag den 23.10.2015 ist Dirty Doering zusammen mit Ante Perry in der Romy S.!

Interview mit Dirty Doering

Wäre alles nach Plan gelaufen - dieser Text hier würde dich nicht die Bohne interessieren. Denn die Geschichte vom jungen Velten Doering, der weg will von seinem Zuhause im Schwarzwald, nach Berlin geht, sich eine geregelte Ausbildung sucht Sonderlich spannend wäre das nicht. Zum Glück gibt‘s in Berlin einen Laden, der sich Ostgut nennt. Innerhalb kürzester Zeit wird aus Velten DJ, Produzenten und schließlich KATERMUKKE Labelchef DIRTY DOERING. Seine Musik ist mindestens ebenso bunt und vielfältig wie seine DJSets. Egal ob deep oder treibend, selt- sam verwunschen oder kristallklar - DIRTY DOE- RING und KATERMUKKE legen sich eher selten fest.

Wenn man 1978 in Leipzig zur Welt kam, dann aber im Schwarzwald aufgewachsen ist, musste man irgendwie die DDR verlassen, kannst Du Dich da dran erinnern?

Dirty Doering: Meine Mutter stellte 1982 einen Ausreiseantrag, die Bearbeitung dieses Antrags dauerte ca. fünf Jahre. In dieser Zeit gab es die typischen bekannten Maßnahmen wie Bespitzelung durch die Stasi usw. nur war ich noch zu jung um alles mitzubekommen... Im Nachhinein erklärte sich dann auch das bemannte Auto vor unserer Tür welches ich immer sah wenn ich draußen auf der Straße spielte. Irgendwann kam in dem Sommerferien ein Brief in dem stand, das wir zwei Wochen Zeit hätten zur Ausreise. Wir verließen die DDR und kamen in das Aufenthaltslager Giessen, dort holte uns ein alter Freund meiner Mutter ab, der aus Baden-Baden stammte.

Deine Eltern haben Dir den Vornamen Velten gegeben, war das so ne Charakterbildungsmaßname a la „A Boy named Sue“, oder wie sind sie auf so ei- nen doch recht exotischen Vornamen gekommen? Es wäre wohl noch exotischer ausgefallen wenn es damals keine Vorschriften für Vornamen gegeben hätte..

Dirty Doering: Ein sogenanntes Vornamenbuch gab vor welche Namen so möglich waren und da kam auch „Velten“ vor. So ungefähr muss es wohl gewesen sein...

Als Künstler hast Du Dich gegen Velten und für Dir- ty entschieden. Weils so gut passt, es sich super auf Dirty Dancing reimen lässt oder weshalb? 
Warst Du schonmal bei Starbuck ́s? Wenn Du dort einen Kaffee bestellst, wirst Du nach Deinem Namen gefragt.

Dirty Doering: Ich sag dann immer Dirty, das versteht man sofort. Würde ich Velten sagen, dauert der Bestellvorgang gleich eine gefühlte Ewigkeit, zum einen weil es niemand versteht und zum anderen weil dann die übliche Nachfrage zur Herkunft des Namens kommt. Beim ersten Mal ist es wohl noch witzig aber irgendwann wird es langweilig


Du hast in der Vergangenheit u.a. Remixe für Oliver Koletzki, Chilly Gonzales, Nicone, Console und Bonaparte gemacht. Kanntest Du die Acts vorher alle persönlich, waren das also „Freundschaftsauf- träge“?

Dirty Doering: Natürlich gab es einige Künstler, die ich vorher nicht persönlich kannte, aber ich denke, dass ist relativ normal.

Würdest Du Remixanfragen von Künstlern/Bands annehmen, die Du nicht kennst/gut findest, kannst Du sowas also professionell/jobmäßig angehen, oder muss da ne gewisse Grundsympathie da sein, damit Du Dich drauf einlässt?

Dirty Doering: Der Track muss mir gefallen, ansonsten wird es nichts

Gabs in der Vergangenheit mal eine Location bzw. einen Ort wo Du aufgetreten bist, der Dir so gut gefallen hat, dass Du privat nochmal hingereist bist? Wenn ja, wohin?

Dirty Doering: Nein, keine die mir jetzt spontan einfällt.

Im Oktober bist Du mal wieder in Stuttgart, da freust Du Dich besonders drauf, weil...?


Dirty Doering: ...es ein kleiner Katermukkeausflug mit Ante Perry wird und weil Erinnerungen aufkommen, wenn ich hier bin... z.B. ans Störung Backnang.. hiess dit so?

dirtydoering.info - Interview: Tom Jentsch / Soko Magazin